Niedersächsischer Judoverband e.V.
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02.06.2016
News NJV
Ordentlicher Verbandstag trifft weitreichende Beschlüsse
104 Delegierte nahmen am dritten April-Wochenende am ordentlichen Verbandstag des NJV in Hannover teil. Auf der Tagesordnung standen weitreichende die Gremienstruktur und den Sportverkehr betreffende Änderungen an der Satzung und den Ordnungen des NJV sowie Wahlen.

Zuvor konnte NJV-Präsident Egbert von Horn mit der Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier u.a. sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion & DJB-Vizepräsidentin) und den LSB-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach zwei Ehrengäste begrüßen. Während Michaela Engelmeier in ihrem Grußwort unter anderem auf die bevorstehende Reform der Leistungssportförderung und die wichtige Rolle des Sportes bei der Integration Geflüchteter einging, stellte Wolf-Rüdiger Umbach die aktuelle Herausforderungen des Sports und die Notwendigkeit von Veränderungen in den Mittelpunkt seines Vortrages. Darüber hinaus lobte der LSB-Präsident die seit Jahren sehr gute Zusammenarbeit von LSB und NJV – ein Aspekt, den auch der NJV-Präsident in seinem Bericht besonders betonte und mit dem Wunsch nach einem weiterhin konstruktiven und freundschaftlichen Miteinander verband.

Egbert von Horn berichtete den Delegierten von vollgezogenen und geplanten Veränderungen in der Personalstruktur des Verbandes (Geschäftsstelle, Landestrainerteam) und betonte die Wichtigkeit von jungem ehrenamtlichem Engagement in der Vereins- und Verbandsarbeit. Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür – die Chancen, dass mehrere NJV-Topathleten in Rio de Janeiro an den Start gehen, sei sehr hoch. Insgesamt haben die NJV-Olympiaaspiranten Dimitri Peters, Igor Wandtke und André Breitbarth auf ihrem Qualifikationsweg insgesamt 22 Medaillen gewonnen. Der NJV-Präsident machte des Weiteren unter anderem auf Anstrengungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Informationsbroschüre, geplante neue Homepage, neues Logo) aufmerksam und ging auf die Mitgliederentwicklung (leichter Rückgang der Mitgliederzahlen, 100 Vereine mit steigender Zahl aktiver Judoka) ein.

Von einer guten finanziellen Lage des Verbandes konnten Vizepräsident Finanzen Christian Schröder und der Vorsitzende des Finanzausschusses Stephan Wellnitz berichten. Der Rechnungsabschluss für die Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 weist Überschüsse aus, die der Rücklage zugeführt wurden und den Handlungsspielraum des Verbandes für Investitionen in den Sport vergrößern. „Der Verband ist in der Lage agieren zu können, statt reagieren zu müssen“, hieß es dazu auf dem Verbandstag. Die Delegierten quittierten die ihnen vorgelegten Zahlen mit lang anhaltendem Applaus. Lediglich Formsache war dann auch die Entlastung des Präsidiums für dessen Arbeit in den letzten vier Jahren.

Vizepräsident Breitensport Christoph Glüsenkamp berichtete den Delegierten insbesondere von einem Projekt zur Förderung des Wettkampfsportes. Unter der Beteiligung der Landestrainer, des Ausbildungsleiters und weiterer Funktionsträger wurden Strategien entwickelt, um Wettkämpfe im Bereich des NJV und seinen Untergliederungen wieder attraktiver zu machen und die Qualität der Kämpfe zu erhöhen. Die Zahl der Judoka, die an Wettkämpfen teilnähmen, sei in den letzten Jahren überproportional zur allgemeinen Mitgliederentwicklung zurückgegangen. Jedoch gelte: Nur wenn in der Breite der Wettkampf gelebt werde, könne jemand aus der Spitze heraustreten. Im ersten Schritt sind von den Landestrainern erarbeitete sportartspezifische Ausbildungsschwerpunkte erarbeitet worden, die Eingang in die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gefunden haben.

Vor diesem Hintergrund stimmten die Delegierten im zweiten Schritt auch für weitere – z.T. weitgehende – Änderungen an der Wettkampfordnung. Über die Veränderung des Regelwerks für die U10, U12 und U15 (siehe http://njv.de/aktuelles/news.php?id=7199) hinaus, votierten die Delegierten mit großer Mehrheit für

- die Möglichkeit eines Doppelstartes (der älteste Jahrgang einer Altersklasse ist im NJV auch in der nächsthöheren Altersklasse startberechtigt – jedoch kann nur in einer Altersklasse pro Wettkampftag gekämpft werden)

- Änderungen am Kampfmodus (bis einschließlich U15 vorgepooltes System statt Doppel-KO/Poolsystem)

- Änderungen am Beschickungsmodus (zu Landesmeisterschaften qualifizieren sich sechs Kämpfer/Mannschaften anstatt vier)

- die Einführung eines Addiersystem für die U10/U12 auf NJV-Ebene und in den Untergliederungen.

Bis auf wenige Ausnahmen waren die Wahlen von großer personeller Kontinuität geprägt. Christian Schröder (Vizepräsident Finanzen) und Norbert Specker (Vizepräsident Leistungssport) wurden ebenso wiedergewählt wie Behindertensportreferent Rolf-Dieter Frey, Lehrreferent Marcus Thom und Sportreferent Peter Hayn. Bestätigt wurden Wahlen von Kampfrichter- und Ligareferent Walter Ahrens und dessen Stellvertreter Dennis Herpel (Kampfrichterwesen) und Walter Dieken (Liga) sowie die Einsetzung von Nils Schlüter (Datenschutz). Die Delegierten wählten zudem Sebastian Frey zum neuen Prüfungsreferenten und Christian Jelinsky zum Referenten für Medien und Kommunikation. Zum Team der Sportreferenten stößt Jenko Gerdes neu hinzu. Das Katawesen wird fortan von Jutta Milzer geleitet. Sie setzte sich in der Wahl gegen Amtsinhaber Kurt Teller durch. Während es im Rechtsausschuss keine personellen Veränderungen gab, nehmen Hans-Jürgen Krieghoff und Lothar Jentsch ihre Arbeit im Finanzausschuss neu auf. Beisitzerin Annika Hurnaus startet ihre zweite Amtszeit in diesem Gremium.

Neben den Änderungen an der Wettkampfordnung lagen den Delegierten umfangreiche Änderungsanträge zur Satzung und weiteren Ordnungen des Verbandes zur Beschlussfassung vor. Mit großer Mehrheit votierten die Stimmberechtigten für Abschaffung des Verbandsbeirates und dem Antrag, das Gremium durch einen jährlichen Verbandstag im zweiten Halbjahr zu ersetzen. Dadurch wird den Mitgliedern des Verbandes – den Vereinen – noch bessere Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten als bisher gegeben. Hingegen verpasste ein Antrag des Präsidiums, der eine Differenzierung des Stimmgewichts nach Zahl der gemeldeten Judoka vorsah, die notwendige 2/3-Mehrheit.

„In den letzten zwei Jahren haben Vereinstrainer, Referenten, das hauptamtliche Personal und die Vorstände der Untergliederungen eine hervorragende Arbeit geleistet. Darauf lässt sich gut aufbauen, um die Herausforderungen, denen sich unser Sport gegenübersieht, zu meistern. Im Mittelpunkt aller Impulse wird auch weiterhin der einzelne Judoka, sein Trainer und sein Verein stehen. Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit mit allen Entscheidungsträgern im Verband und in den Vereinen“, hieß es nach dem Verbandstag vom NJV-Präsidium.
C.Jelinsky, 02.06.2016 23:35:50