Niedersächsischer Judoverband e.V.
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06.06.2016
News NJV
Erläuterungen zur Abschaffung der DJB Sonderregelungen im Jugendbereich
In einem großen Team, unter Einbeziehung der Landestrainer, des Ausbildungsbereiches, der Kampfrichter und verschiedener Verbandsfunktionäre, wurde eine umfassende Reform für den Niedersächsischen Judoverband erarbeitet. Ein kleiner Baustein dieses Gesamtprojektes ist die teilweise Abschaffung der Sonderregeln des DJB im Jugendbereich. Hier möchten wir über die Hintergründe zu dieser Entscheidung informieren.

Auch für die Verantwortlichen des NJV hat der Ärmel/Revers Griff die zentrale Bedeutung in der Ausbildung junger Judoka. Die Abkehr von den DJB Sonderregelungen bedeutet vielmehr, dass wir es für richtig halten mit einer ganzheitlichen Perspektive einen anderen Weg zu beschreiten.
So wurde u. a. erarbeitet, wie die individuellen Neigungen und natürlich vorhandenen Bewegungsmuster, sowie besondere Fähigkeiten von Jugendlichen gefördert werden sollen. Wobei dies nicht die Zielsetzung hat schnelle und kurzfristige Erfolge bei Kindern zu generieren, sondern eine langzeitige umfassende Gesamtausbildung in den Fokus setzt.
Des Weiteren war der aus der Reduzierung der Sonderregeln erfolgende Abbau der Strafen für Jugendliche und Kinder ein zentrales und wichtiges Thema.
Durch diese Liberalisierung wird zudem in hohem Maße das kreative Wettkampfverhalten für den Angreifer sowie für den, der verteidigt geschult und weiter ausgebaut.
Ein großer Stellenwert wird also auf die vergrößerte Gesamtausbildung gelegt, wohl wissend, dass es Turniere gibt, wo man umdenken muss. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass die meisten Jugendlichen im eigenen Landesverband kämpfen. Das Umstellen auf andere Regeln in anderen Landesverbänden, im Ausland oder beim Doppelstart in anderen Altersklassen sehen wir für Kinder und Jugendliche nicht als Problem, sondern als Chance.
In der Entscheidung des DJB, im Jugendbereich den Tani-otoshi zu verbieten ging es in erster Linie darum, eine bestimmte methodische Vorgabe durchzusetzen. Ansonsten hätte man auch andere Wurftechniken nach hinten wie Ko-soto-gake, O-uchi-gari, O-soto-gari, etc. verbieten müssen. Es ging dabei also nicht um die vielfach beschriebene und nicht im Besonderen vorhandene Gefährlichkeit dieser Technik.
In der öffentlichen Diskussion taucht immer wieder der Begriff des „Knechtens“ auf und dass diese Art des Kämpfens nun ermöglicht wird. Dieses Argument, um das wir uns auch Gedanken gemacht hatten, entfällt allerdings vollkommen, da ein solches Griffverhalten nach Regeln der IJF bestraft wird.

Unser Gesamtprojekt ist in einer einjährigen Vorbereitungszeit separat von den Beschlüssen der JVV ausgearbeitet worden und durch alle Gremien bis hin zur Mitgliederversammlung nahezu einstimmig verabschiedet worden.
Diese Regeln gelten nur für den Bereich des Niedersächsischen Judoverbandes.
Alle die an dieser Entscheidung mitgearbeitet haben, sind überzeugt von der Richtigkeit dieser Vorgehensweise. Das gesamte Trainerteam und unser Ausbildungsbereich hat sich einstimmig dafür ausgesprochen und bedank sich für die breite Unterstützung und die positive Entscheidung durch die Mitgliederversammlung.

Das Projektteam
C.Gluesenkamp, 06.06.2016 19:21:06