Niedersächsischer Judoverband e.V.
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28.06.2016
News NJV
Drei NJV-Judoka bei EM U18 am Start
Im olympischen Jahr 2016 sind die Europameisterschaften das einzige Saisonhighlight der Altersklasse U18. Im finnischen Vantaa treffen daher zwangsläufig die besten europäischen Nachwuchs-Judoka aufeinander. Gestartet wird sowohl im Einzel- als auch im Teamwettbewerb. Teil der insgesamt 15-köpfigen DJB-Delegation sind mit Jana Gussenberg (Crocodiles Osnabrück), Hanna Rollwage und Luka Fettköther (beide Judo in Holle) auch drei NJV-Judoka.

In der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm ruhen besondere niedersächsischen Hoffnungen auf Jana Gussenberg. In der zurückliegenden Qualifikationsperiode sammelte sie einen gesamten Medaillensatz: Gold beim European Cup in der Türkei, Silber in Tschechien und Bronze in Russland brachten sie in der Weltrangliste bis auf Platz 10 vor. Nur beim heimischen European Cup in Berlin verpasste sie das Podest als Fünfte nur knapp. 14 Siegen bei EJU-Events in diesem Jahr stehen lediglich 4 Niederlagen gegenüber – ein Grund, dass die 16-Jährige zum erweiterten Favoritenkreis gehören dürfte. Doch die DJB-interne Konkurrenz ist groß. Auch Mascha Ballhaus (#13) wusste sich in diesem Jahr ebenfalls mit zahlreichen Podestplatzierungen zu überzeugen. Beim European Cup in Berlin konnte sich die Hamburgerin gar gegen die Osnabrückerin durchsetzen. Bei den Deutschen Meisterschaften hingegen bestritt Gussenberg noch alle Kämpfe siegreich. Für den bevorstehenden Saisonhöhepunkt schenkt Bundestrainerin Lena Göldi beiden Sportlerinnen das Vertrauen und traut ihnen jeweils den Sprung auf das Podest zu.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Gewichtsklasse über 70 Kilogramm. Die Hollerin Hanna Rollwage vertritt dort die niedersächsischen Farben. Für sie hätte der Beginn der EM-Qualifikation mit einer Goldmedaille beim European Cup in Antalya, einer Silbermedaille in Teplice und einem dritten Rang beim Internationalen Thüringen Cup kaum besser laufen können. Bezüglich ihrer konkreten Zielsetzung für den nahenden Saisonhöhepunkt hält sie sich aber bedeckt. „Ich will das bestmögliche herausholen und schauen, wie weit ich komme“, äußert sich die 15-Jährige im Gespräch mit dem NJV-Medienteam. Sehr gut vorbereitet fühlt sich die Deutsche Vizemeisterin in jedem Fall – auch wenn sie bei den European Cups in Deutschland und Polen knapp am Podest knapp vorbei schrammte. Dort identifizierte kleine Schwächen habe sie gemeinsam mit ihren Trainern bearbeitet. „Ich habe mich in der letzten Zeit noch einmal weiterentwickelt“, bewertet Rollwage ihre Vorbereitung. Als Neunte der Weltrangliste kann die Hollerin auf ein gutes Los hoffen – ebenso wie ihre Teamkollegin Samira Bouizgarne (#11) aus Mönchengladbach, bei der ebenfalls drei internationale Medaillen in die Qualifikation zur EM mit einflossen.

Als einer von nur insgesamt vier männlichen deutschen Nachwuchs-Judoka geht Luka Fettköther in Finnland auf die Matte. Im international besonders hart umkämpften Limit bis 81 Kilogramm war der 17-Jährige bei seinen internationalen Einsätzen immer unter den ersten Fünf. Beim European Cup in Tschechien – dem größten seiner Art – gelang ihm der Sprung auf das Podest. Dort revanchierte er sich nicht nur gegen einen türkischen Konkurrenten, der ihn bei einem der vorherigen Wettkämpfe geschlagen hatte, sondern agierte auch mit besonderer Nervenstärke. Kurz vor Ende der Kampfzeit in Rückstand liegend behielt er konsequent seine taktische Marschroute bei und drehte so in zwei Begegnungen das Blatt noch zu seinen Gunsten. In einem leistungsmäßig eng beisammen liegenden EM-Starterfeld könnte das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. „Möglichst weit vorne landen“ ist das Ziel des Hollers, der in jedem Fall auch in der Teamkonkurrenz an den Start gehen wird.

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
C.Jelinsky, 28.06.2016 17:22:44