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31.07.2016
News NJV
Giovanna Scoccimarro gewinnt Silber beim European Cup in Berlin
Eine zwölfköpfige NJV-Delegation (http://www.njv.de/aktuelles/news.php?id=7301) ging beim European Cup der Junioren in Berlin an den Start. Besonders gut lief das Turnier für Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde) und Tim Gramkow (TKJ Sarstedt), die sich bis in die Finalrunde vorkämpfen konnten. Scoccimarrro gewann die Silbermedaille, Gramkow wurde Fünfter. Dem Turnier schließt sich ein Internationales Trainingscamp an, in dessen Rahmen die Nominierungen für den Saisonhöhepunkt, den Europameisterschaften im spanischen Malaga, verkündet werden.

In der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm zeigte Giovanna Scoccimarro (14. der Weltrangliste) einen nahezu perfekten Wettkampf. Den abiturbedingten Trainingsrückstand, der ihr in den letzten Monaten kaum Platz für Entwicklung gegeben hatte, merkte man der Vorsfelderin kaum ein. Ein Sieg gegen Eliso Sisauri aus Georgien durch ihre Spezialtechnik Uchi-mata und zwei kleine Wertungen gegen die Russin Valeriva Bondarenko brachten die 18-Jährige in ihrer stark besetzten Vorrundengruppe auf Kurs in Richtung Medaille. Im Viertelfinale folgte gegen die 20. der Weltrangliste eine echte Bewährungsprobe. Gabriella Willems, die im vergangenen Jahr an gleicher Stelle zu den Gegnerinnen von Scoccimarro zählte, forderte das gesamte taktische Geschick der Wolfsburgerin. Den Sieg gegen die Belgierin sicherte sie sich nach ausgeglichenem Kampf per Haltegriff.

Erinnerungen an das Vorjahr weckte auch der Halbfinalkampf gegen die Österreicherin Michaela Polleres – rekordverdächtige knapp 10 Minuten Golden Score-Wettkampf sorgten 2015 für Aufsehen. Nach der damaligen knappen Niederlage gelang Scoccimarro in diesem Jahr die Revanche. Eine mit einem O-goshi erzielte Yukowertung sorgte für den Finaleinzug. Auch wenn im Endkampf dann die Kraft fehlte, sich wie bei der letzten WM gegen die Italienerin Alessandra Prosdocimo durchzusetzen, zeigte sich das NJV-Trainerteam hochzufrieden. „Giovanna hat einen großen Wettkampf gezeigt und technisch-taktisch Reife bewiesen“, hieß es. Bereits bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung der Olympioniken im brandenburgischen Kienbaum hinterließ sie als Trainingspartnerin etwa von Laura Vargas-Koch eine gute Figur. Entsprechend hoffnungsvoll zeigten sich Trainer und Athletin mit Blick auf die nahende EM-Nominierung. In Berlin schnitt die NJV-Athletin in jedem Fall als beste Deutsche ab.

Tim Gramkows starker Wettkampf im Limit bis 81 Kilogramm wurde hingegen nicht mit einer Medaille belohnt. Wie zwei Wochen zuvor (http://njv.de/aktuelles/news.php?id=7286) zeigte sich der Sarstedter in guter Verfassung. Der 18-Jährige sah sich einem starken Teilnehmerfeld gegenüber – seine Kämpfe bestritt er ausschließlich gegen Medaillengewinner bei diesjährigen kontinentalen Veranstaltungen. Ungefährdet siegte Gramkow in seinem ersten Kampf gegen den U18-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres Nikita Duinovs aus Lettland. Anschließend brachte er eine Waza-ari-Wertung gegen Salvatore D’Arco über die Kampfzeit, ehe er sich wie schon bei der EM 2015 dem Portugiesen Joao Martinho geschlagen geben musste.

In der Trostrunde wahrte sich Gramkow seine Chancen auf eine Medaille durch Siege Julius Sonerud aus Schweden und Jesper Smink. Den letztgenannten Niederländer bezwang der NJV-Athlet bereits vor zwei Wochen auf dem Weg zu seinem Turniersieg beim European Cup in Polen. Die begehrte Medaille verpasste Gramkow nach einer Niederlage gegen Koba Mchedlishvili aus Georgien, platzierte sich als Fünfter nichtsdestotrotz als bester Deutscher in seiner Gewichtsklasse. Nach seiner erfolgreichen Saison mit dem Gewinn der Bremen Masters und des European Cups in Polen dürfte also auch er gespannt auf die Bekanntgabe der EM-Nominierungen schauen.

Für die weiteren niedersächsischen Starterinnen und Starter endete das Turnier am letzten Juliwochenende vor den Finalkämpfen. Henrik Schreiber (Crocodiles Osnabrück) erreichte mit einer Kampfbilanz aus zwei Siegen und zwei Niederlagen Rang 9. OSP-Athlet Leon Phillip aus Schleswig-Holstein siegte drei Mal, ehe er in der Trostrunde gestoppt wurde und ebenfalls Neunter wurde. Artem Fetter (Judo-Team Hannover) musste sich nach zwei Siegen dem späteren Dritten Schamil Dzavbatyrov aus Schleswig-Holstein geschlagen geben. Ein ähnliches Schicksal ereilte seiner Vereinskollegin Hannah Deliu.

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: EJU (Falk Scherf)
J.Jelinsky, 01.08.2016 18:02:49