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09.08.2016
News NJV
Olympia: Wandtke scheidet früh aus / Blick nach vorn und zurück
Igor Wandtkes Ambitionen auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio haben sich nicht erfüllt. Schon im Achtelfinale war für den Sportler vom Judo-Team Hannover trotz guter Leistung Endstation. Nach dem geplatzten Traum herrscht bei Wandtke große Enttäuschung. „Ich brauche [...] ein paar Tage um das heutige Ergebnis zu verarbeiten und zu überdenken“, schrieb er auf Facebook.

Ungefähr zur Halbzeit seines zweiten Kampfes sei der OSP-Athlet in seinem olympischen Turnier angekommen, befand ZDF-Reporter Alexander von der Groeben. In der Tat: Mit Sagi Muki befand sich der Hannoveraner lange Zeit auf absoluter Augenhöhe. Besonders mit seinem Seoi-nage brachte Wandtke den Siebten der Weltrangliste das ein oder andere Mal in Bedrängnis – jedoch ohne die entscheidende Wertung zu erzielen. Anders als noch bei einem Wettkampf rund zwei Jahre zuvor hatte Wandtke große Chancen, sich gegen den gesetzten Kämpfer aus Israel durchzusetzen. Muki nutzte rund 1:30 Minuten vor dem Ende eine winzige Unachtsamkeit des Ex-Lübeckers, um mit einer Waza-ari-Wertung in Führung zu gehen. Die nachfolgenden Bemühungen des NJV-Athleten, das Blatt noch einmal zu wenden, waren nicht von Erfolg gekrönt.

Zuvor hatte es sich der 25-Jährige in der ersten Runde gegen den Haitianer Josue Deprez etwas schwerer als nötig gemacht. Der Vorteil nach Strafen und der damit verbundene Einzug in das Achtelfinale sorgte für große Erleichterung bei der deutschen Delegation. Dass er sich in einen Wettkampf immer erst hereinfinden müsse, hatte Wandtke im Vorfeld der Spiele im Gespräch mit dem NJV-Medienteam kundgetan. Kämpferisch formulierte er damals seine Ansprüche an seine Teilnahme. „‘Dabei sein ist alles‘ kann man hinterher immer sagen. Das, was zählt, ist Edelmetall!“ Dass er dabei nicht unbedingt zum engen Favoritenkreis zählte, sah er als Vorteil. „Im Olympischen Wettkampf ist alles möglich“, befand er und verwies darauf, dass die Weltranglistenersten potenziell noch mit einem viel größeren Druck umgehen müssten.

Wieder einmal ist deutlich geworden, dass Sieg und Niederlage eng beieinander liegen. Angesichts seiner von Verletzungen geplagten Olympiaqualifikationsperiode sehen Experten allein in der Olympiateilnahme einen großen Sieg. 2014 riet ein Arzt Wandtke, sich mit dem Gedanken anzufreunden, seine leistungssportliche Karriere beenden zu müssen. 2016 nimmt der Kämpfer am wichtigsten Sportevent der Welt teil (und verliert nur knapp gegen den leicht favorisierten späteren Fünftplatzierten). – Im ersten Moment niederschlagende Situationen weiß der Hannoveraner also in positive Resultate umzuwandeln. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020, die nach einer verdienten Pause nun das auf Fernziel von Igor Wandtke sein werden, lässt dies hoffen.

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben]: DJB; [unten]: IJF
J.Jelinsky, 09.08.2016 23:30:15