Großer Katame no kata-Lehrgang

Ein Katame no kata-Lehrgang kann gleichzeitig zu lang und zu kurz sein. Wie das geht? Ganz einfach, indem er für die Wettkampfathleten gern hätte länger dauern können, damit sie noch mehr Input von Sebastian Frey hätten abgreifen können, während die angehenden Prüflinge in den letzten beiden Stunden schon mit der Informationsflut restlos gesättigt waren.

Es ist sehr schwierig, in einem solchen Lehrgang mit derart komplexen Abläufen wie in dieser Kata beiden Lagern gerecht zu werden.  Von denjenigen, die sich neu mit diesem Thema befassen, kam der Wunsch, es auf zwei Tage zu verteilen und in einer Art Workshop zu bearbeiten. Dann gäbe es mehr Zeit, die einzelnen Techniken zu üben. Entsprechend der Jahreszeit muss man auch bei Lehrgängen immer befürchten in den Demonstrationspausen kalt zu werden, was sich bei der Katame no kata böse rächt. Auch wurde noch mehr und intensiveres individuelles Coaching erbeten, sowie eine deutlichere Wichtung auf die Befreiungen in der Gruppe Osae waza. Das kann ich gut verstehen, das ist auch ein Riesenpaket.  Wir werden sehen, ob sich das konzeptionell im nächsten Lehrgang umsetzen lässt. Also hier die Rückmeldung, dass eure Wünsche nach Trennung in Anfänger und Fortgeschrittene angekommen sind.

Großes Lob gab es für den Referenten Sebastian Frey, der sich viel Zeit genommen hat, um in der Demonstration des Athletenpaares Sandra Büchler und Christoph Scharf  die für Anfänger kaum sichtbaren Gleichgewichtsstörversuche zu verdeutlichen. Seine fachliche Kompetenz hat dazu beigetragen, auch  die ungewöhnlichen Techniken dieser Kata verständlich zu machen.

Beim Zeitmanagement sind wir als Referenten immer in der Klemme. Entweder gehen wir nicht genug auf Fragestellungen ein, oder wir müssen am Ende hetzen. Das Dilemma bleibt uns, und wir versuchen, mal das eine und mal das andere Defizit zu vermeiden.

Wohlfühl-Atmosphäre gab es aber in jedem Fall durch kuschelige Stoffmatten, eine warme und saubere Halle, ein angenehmes und schönes Buffet und diverse ungesunde Leckereien neben Äpfeln und Möhren.

Da wir neben Niedersachsen, Schleswig-Holsteinern und Bremern auch Besuch aus Bayern begrüßen durften, hoffe ich, dass sich auch für diese Judoka mit sehr langer Anreise der Aufwand gelohnt hat.

                                                                                                         Jutta Milzer